Fragliche Wirksamkeit physikalischer Geräte
Auf dem Markt werden sogenannte physikalische Kalkschutzgeräte stark beworben. Die Hersteller versprechen, dass sie Mineralstoffe im Wasser erhalten und Kalkablagerungen verhindern. Doch ihre Wirksamkeit bleibt weiterhin sehr umstritten.
Ein wichtiger Fakt: Das Wasser wird nicht weicher, wenn der Kalk darin bleibt. Somit bleibt auch die benötigte Menge an Wasch- und Reinigungsmitteln gleich, da sie direkt von der tatsächlichen Wasserhärte abhängt. Selbst wenn ein Gerät ein DVGW-Zertifikat besitzt, bestätigt dieses lediglich einen teilweisen Schutz vor Ablagerungen – eine Einsparung bei Wasch- oder Reinigungsmitteln ist damit nicht möglich.
Ionenaustausch – die bewährte Lösung
Die zuverlässigste und kostengünstigste Methode zur Wasserenthärtung ist nach heutigem Stand der Ionenaustausch auf Salzbasis. Genau deshalb sind selbst in Geschirrspülmaschinen kleine Ionenaustauscher eingebaut – und keine physikalischen Geräte.
Diese Systeme entfernen die Härte nicht vollständig, sondern stellen das Wasser auf ein optimales Niveau ein: 10–12 französische Härtegrade. Dieser Wert ist ideal für technische Geräte, die Wäsche und auch für den Trinkwassergenuss.
Mineralstoffe im Wasser und die Gesundheit
Oft wird behauptet, dass die Entfernung von Calcium und Magnesium aus dem Wasser der Gesundheit schade. Doch die Praxis widerlegt diese Sorge: In Regionen mit natürlicherweise weichem Wasser (z. B. Alpen oder Tessin) leben die Menschen nicht ungesünder als in Gebieten mit hartem Wasser. Der Mineralstoffgehalt des Wassers ist also für die Ernährung kaum von Bedeutung.
Salz – Naturprodukt statt „Chemie“
In der Werbung für physikalische Geräte wird Salz oft als „Chemie“ abgewertet. Tatsächlich aber ist Salz ein Naturprodukt und zudem ein Lebensmittel. In der Schweiz gilt es sogar als einziger einheimischer Bodenschatz. Bei Enthärtungsanlagen wird überschüssiges Salz über die Kanalisation abgeleitet und führt nicht zu versalzten Böden.
Ökologische und wirtschaftliche Vorteile
Eine echte Enthärtungsanlage mit Salzregeneration bringt klare Vorteile:
- Reduktion des Wasch- und Reinigungsmittelverbrauchs um bis zu 50 %
- Schutz von Haushaltsgeräten vor Kalkablagerungen
- Längere Lebensdauer von Leitungen und Anlagen
- Spürbare Kostenersparnis und geringere Umweltbelastung
Physikalische Geräte können diese Effekte nicht leisten.
Fazit
Physikalische Kalkschutzgeräte erfüllen die hohen Erwartungen meist nicht. Ihre Aussagen über Mineralstofferhalt oder Einsparungen bei Waschmitteln sind übertrieben. Der Ionenaustausch mit Salz bleibt die effektivste und wirtschaftlichste Methode zur Wasserenthärtung. Diese Lösung ist sowohl für den Haushalt als auch für die Gesundheit und die Umwelt von Vorteil.
Für detaillierte Beratung empfiehlt es sich, ein Mitglied von aqua suisse in Ihrer Region zu kontaktieren.






